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Pressemitteilung zur Jahreshauptversammlungdes AK Dritte Weltladen e.V vom 9.4.2018
Neuer Vorstand gewählt

Der Weltladen in Lechenich auf der Klosterstrasse ist inzwischen eine feste Größe unter den Geschäften rund um den Markt in Lechenich. Für viele ist es selbstverständlich geworden, Kaffee, Tee u.a. nur noch im Fairen Handel zu kaufen und die reiche Palette der Lebensmittel zu nutzen. Die individuellen und schönen Kunstgewerbeartikel aus Kolumbien, Indien oder Nepal sind beliebte Geschenke, die nicht wenige Kunden auch sich selbst machen!

 

 

 

Im Rahmen der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung des Dritte-Welt-Laden e.V. am 9. April 2018 wurde auch ein neuer Vorstand des Trägervereins gewählt. Da zwei längjährige Mitglieder des Vorstandes – Anne Riedel und Fritz Griemens – aus Altersgründen sich nicht mehr zur Wahl stellten, wurden neu Elke Griemens, Günter Ohrner und Joe Weiser gewählt. Die Mitglieder dankten den beiden ausscheidenden Personen für deren langjährige und engagierte Tätigkeit.

 

 

 

Der neue Vorstand wird weiterhin einen starken Akzent auf Information und Bewusstseinsbildung legen. „Jeder, der seine Waren bei uns kauft, soll wissen, dass er einen wichtigen Beitrag zu einer gerechteren Welt leistet, in der Menschen faire Bezahlung für ihre Arbeit und Produkte erhalten und in der die Gesundheit der Menschen und die ökologische Produktion an erster Stelle stehen“, sagte Elke Griemens, die neu in den Vorstand gewählt wurde.

 

 

 

Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen am Ort, in denen der Weltladen öfter zum „Fairen Frühstück“ einlädt soll ein wichtiges Standbein bleiben. „Schauen Sie im Laden vorbei, wir freuen uns über Ihre Fragen! Und wir finden auch für jedes Fest das richtige Geschenk für Sie!“ Die Vorstandsmitglieder weisen darauf hin, dass der Weltladen auch die entscheidenden Impulse dafür gesetzt hat, dass Erftstadt jetzt „Fair Trade Town“ geworden ist, eine Stadt, die durch den Konsum fair gehandelter Produkte nachhaltige Entwicklungsarbeit fördert.

 

 

 

 

Pressemitteilung zur Jahreshauptversammlung des AK Dritte Weltladen e.V vom 31.03.2017

Bewährter Vorstand wiedergewählt

In Ihrer Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder des „Arbeitskreises Dritte-Weltladen e.V.„ den langjährigen Vorstand, Anne Riedel, Günter Ohrner und Fritz Griemens, wiedergewählt. Ein Beirat von sechs Personen unterstützt den Vorstand bei der Organisation des „Weltladens“ in Erftstadt/Lechenich und in der Öffentlichkeits- und Projektarbeit des Vereins.

In Planung sind zahlreiche Veranstaltungen und Projekte zum Fairen Handel – auch zusammen mit städtischen und kirchlichen Initiativen -, um Verständnis für die Probleme „der Entwicklungsländer“ zu wecken und zum solidarischen Handeln zu ermuntern. Im vergangenen Jahr konnte der Verein einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Die Mitglieder beschlossen deshalb, zwei Projekte - Avicres, Brasilien: Straßenkinderprojekt mit € 400 und Awutu, Ghana: Schulprojekt, mit € 100 - direkt zu unterstützen. - Ein Dank geht an alle ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, durch deren engagierte Arbeit die Öffnung des Weltladens in Lechenich, Klosterstr. 4, sowie die Informationsveranstaltungen  möglich sind.


„Mit dem Einkaufskorb für eine bessere Welt“

30 Jahre Arbeitskreis Dritte-Welt-Laden Lechenich e.V.

              

Was kann ich denn schon groß tun gegen den Hunger in der Welt, gegen Krankheit, Kindersterben, Ausbeutung und Ungerechtigkeit?  Das fragten sich im Jahr 1982 verschiedene engagierte Christen in Erftstadt und beschlossen, nicht in Resignation zu versinken, sondern aus der Vision einer Solidarität über alle Grenzen und Kontinente hinweg auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen der südlichen Erdhalbkugel aufmerksam zu machen. Sie beschlossen also die Missstände und Ungerechtigkeiten dieser Welt nicht nur verbal zu beklagen, sondern konkret etwas zu tun. Die Mitglieder dieses Arbeitskreises stellten nach verschiedenen Aktionen fest, dass es hilfreich wäre, „Entwicklungshilfe  be-greifbar“ zu machen. So entstand die Idee unseres Dritte-Welt-Ladens, dem 1983 die Gründung des e.V. folgte, als uns die Katholische Pfarrgemeinde St. Kilian in Erftstadt-Lechenich Räume in der Pfarrbücherei anbot. Seitdem haben wir Dank der ehrenamtlichen Arbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen den Laden regelmäßig dreimal in der Woche geöffnet, außer in den Schulferien. Die 15 bis 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen treffen sich etwa sechs Mal im Jahr, um über die Besetzung der Ladendienstzeiten und  der Aktionen zu sprechen und sich über die Situation des Fairen Handels und der Entwicklungspolitik zu informieren.

 

Mittlerweile haben wir unzählige fair gehandelte Produkte wie Kaffee und Honig aus Lateinamerika, Tee und Gewürze aus Afrika und Asien, Wein aus Algerien, Fußbälle aus Pakistan und Waschnüsse aus Nepal, Kunstgewerbe aus aller Welt etc. verkauft. Das Wichtige: Durch den Verkauf jeder Ware werden die Produzenten, kleine Genossenschaften und Organisationen, direkt unterstützt. Unser Umsatz ist zwar nicht sehr groß, doch betrug er jeweils um 10.000 Euro pro Jahr, in den 30 Jahren also immerhin über € 300.000.

 

Neben den normalen Öffnungszeiten haben wir etwa fünf Mal pro Jahr unsere Informations- und Verkaufsstände bei kirchlichen und bürgerlichen Märkten und Veranstaltungen aufgebaut. Wir gingen auf die Straße mit Schuhputzaktionen, standen auf dem Marktplatz und machten Werbung für "gerechten Kaffee", wir organisierten mehrere Ausstellungen, darunter solche über Holzschnitzkunst aus Afrika, Molas der Kuna Indianer aus Panama, gewebte Teppiche aus Äthiopien und ergänzten sie durch Vorträge und Informationen. Wir organisierten Theaterstücke mit entwicklungspolitischem Inhalt, veranstalteten viele Vorträge zum fairen Handel, zur Globalisierung, zum Leben in anderen Ländern und sammelten unzählige Unterschriften mit Aufrufen für eine friedvollere und gerechte Welt. Als einen Höhepunkt hatten wir 10 Gäste aus dem Projekt ACESA in Brasilien bei uns zu Gast. Zwei Jahre später haben einige von uns diesen Besuch erwidert.

 

„Liebe geht durch den Magen“ sagt ein deutsches Sprichwort und wie könnte man auf angenehmere Weise etwas über die Lebensgewohnheiten und die Kultur anderer Länder und deren Bewohner erfahren als über ein gutes Essen. Deshalb laden wir jeweils meist an einem Freitag im Januar zum schon traditionellen Dritte-Welt-Essen nach St. Kilian ein. Jedes Jahr mit einem anderen Land oder Kontinent als Schwerpunkt. Viele Helferinnen und Helfer, zum Teil auch aus den entsprechenden Ländern, bereiten schon ab dem frühen Nachmittag gemeinsam die Speisen zu, die dann abends aufgetragen werden. Dazu gibt es dann Interessantes zu dem entsprechenden Land und dessen Kultur. Meist genießen zwischen 60 bis 100 Gäste diese Art der Information.

 

Da wir kaum Kosten haben und Dank der ehrenamtlichen Tätigkeit konnten darüber hinaus mit den Rabatten, die uns gewährt werden und durch die Erlöse der verschiedenen Veranstaltungen, die wir durchgeführt haben, einige Projekte, wie ein Schulprojekt in Awutu Beraku  in Ghana sowie ein Gesundheitsdienst  und  eine Familienlandwirtschaftsschule in Bacabal in Nordostbrasilien direkt unterstützt werden. Wir konnten es selbst kaum glauben, aber es waren in der Zeit etwa € 85.000,00, die so Projekten unmittelbar zufließen konnten. Über die Verwendung der Erlöse wurde jeweils in der jährlichen Hauptversammlung entschieden..

 

Bei dem Projekt in Awutu wurden in den 1980er Jahren dank verschiedener Aktionen der Gemeinde St. Kilian und des Dritte-Welt-Ladens zwei Schulen und ein Kindergarten gebaut und Schulgebäude in Außenbezirken renoviert, die bis heute gut besucht sind. Wir unterstützen diese Schulen weiterhin jährlich mit einem kleinen Betrag aus unseren Erlösen.

 

Das Projekt im Nordosten Brasiliens (ACESA), steht inzwischen auf eigenen Beinen und wird auch von staatlichen Stellen unterstützt. Seit 2011 unterstützen wir deshalb in Brasilien ein anderes Projekt in Rio de Janeiro (Avicres), das sich um Straßenkinder kümmert.

 

Auch dank unserer Tätigkeit erhielt die Gemeinde St. Kilian, als eine von 27 anderen, den Titel einer „FAIRgemeinde“ durch das Erzbistum Köln am 17.12.2008 im Maternushaus in Köln verliehen. Die Urkunde hängt jetzt im Pfarrzentrum St. Kilian.

 

Weiterhin legen wir viel Wert auf die Zusammenarbeit mit den anderen entwicklungspolitischen Organisationen vor Ort und haben auch mehrere Veranstaltungen gemeinsam durchgeführt. Oft sind wir auch mit Informations- und Verkaufsständen bei deren Veranstaltungen vertreten. Im Herbst 2004 halfen wir mit, den Arbeitskreis „Eine Welt Initiative Erftstadt – EWIE“ zu gründen, der sich zum Ziel setzte, die Arbeit der verschiedenen Gruppen zu koordinieren und Aktionen und Termine abzustimmen. Wir erstellten einen Einkaufsführer für faire Produkte in Erftstadt, organisierten Vorträge und führten Aktionen zum Verkauf von fair gehandelten Blumen durch. Leider löste sich der Arbeitskreis nach ein paar Jahren wieder auf, da wir die Arbeit personell nicht mehr regeln konnten.

 

Darüber hinaus arbeiten wir im kommunalen Nord-Süd-Forum der Stadt Erftstadt und im Umweltzentrum Friesheimer Busch aktiv mit und sind bei Veranstaltungen mit einem Stand vertreten.

 

Als Dank für unsere langjährige Tätigkeit haben wir am 4. Januar 2009 die Carl-Schurz-Medaille der Stadt Erftstadt erhalten. Sie wurde uns zusammen mit einer Urkunde beim Neujahrsempfang der Stadt Erftstadt im Rathaus in Erftstadt-Liblar durch den damaligen Bürgermeister Ernst-Dieter Bösche überreicht.

 

Dank der Arbeit der vielen Weltläden wurde das Nischendasein des Fairen Handels aufgebrochen und mittlerweile gibt es auch in vielen Supermärkten fair gehandelte Produkte. Trotzdem ist der Faire Handel immer noch ein kleines Segment in der Wirtschaft der Bundesrepublik (kleiner als in vielen anderen europäischen Ländern). Doch wir können unsere Konsumgewohnheiten und Wohlstandsansprüche „fair-ändern“. Wenn wir unser Engagement für eine bessere Welt ernst meinen, sollte der Kauf der fairen Produkte zur Selbstverständlichkeit werden. Die kleine, alltägliche Entscheidung am Warenregal hat vielleicht größere Auswirkungen auf die gerechte Umgestaltung der Welt als gewaltige politische Absichtserklärungen. Es gibt also immer noch viel zu tun.

 

Helga Berbuir / Günter Ohrner

ARBEITSKREIS DRITTE-WELT-LADEN LECHENICH e.V.

 

Zum sechsten Mal war im Juni 2016 die „Stimme des Tanzes“ NRITYAVANI aus Indien zu Gast in Erftstadt.

 

Vor mehr als 15 Jahren gründete Father Thomas D’Sa diese Gruppe. Klassischer Tanz ist in Indien sehr verbreitet und wird von Christen zur Verkündung der Bibel und des Glaubens eingesetzt. Father Thomas hat in der Diözese von Bareily ein Institut für biblische Studien eingerichtet.

Nach dem plötzlichen Tod von Father Thomas in 2013 führte sein langjähriger Chefchoreograph Nanthu Kumar die Gruppe in seinem Sinn weiter. Da in diesem Jahr die Gruppe wieder eine kleine „Europa-Tournee“ unternimmt kam auch die Anfrage an den AK Dritte Welt Laden. Gerne haben wir uns bereit erklärt, die Tänzer und Tänzerinnen in Gastfamilien unterzubringen und ihnen die Möglichkeit von verschiedenen Auftritten in Schulen, Pflegeheimen etc. zu geben.

Ein Auftritt dieser Gruppe passt hervorragend in das Konzept unserer „Eine Welt Arbeit“. Seit Jahren machen wir Informationsveranstaltungen zu Lebensbedingungen in der sog. 3. Welt.  Ganz häufig wird jedoch vergessen, welch kultureller „Reichtum“ in den „armen Ländern“ zu finden ist und wie wichtig es für uns ist, diesen Reichtum zu entdecken und zu schätzen.